Das EUMIG-Museum
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Die Geschichte und die Produkte von EUMIG

Jahr Geschichte Produkte
1919 Gründung der EUMIG am 22. Februar durch Ing. Alois Handler, Karl Vockenhuber und Adolf Halpern (welcher den Großteil der finanziellen Mittel einbringt). Die erste Werkstatt befindet sich in der Linken Wienzeile 86 in 1060 Wien.


Noch im gleichen Jahr Übersiedelung in die Schallergasse 42 in 1120 Wien.
Feuerzeuge aus Patronenhülsen
Eumig Feuerzeug

Zigarettendosen
Diverses Elektromaterial
1921 Übersiedlung in die Hirschengasse 5 in 1060 Wien.
Eumig hat 65 Beschäftigte.
 
1922 Pathé (Frankreich) bringt 9,5 mm-Filmmaterial auf den Markt.  
1923 Kodak (USA) bringt 16 mm-Filmmaterial auf den Markt.
 
1924 Eumig beginnt mit der Produktion von Rundfunkgeräten. Radiogerät "Low Loss Detektor Empfänger"
1925   Radiogerät "Eumig Baby"
1926 Der Firmenmitbegründer Adolf Halpern wird ausbezahlt und scheidet aus der Firma aus. Drei-Röhren-Empfänger "Eumig Hartley"
1928 Eumig beginnt mit der Entwicklung von Filmgeräten.  
1931   Erster Filmprojektor "Eumig P1" für 16 mm-Film
Eumig P1
1932 Kodak (USA) bringt 8 mm-Filmmaterial auf den Markt.
Erste Filmkamera "Eumig C1" für 9,5 mm-Film
Eumig C1
1934   Projektor "Eumig P2" für 16 mm und 9,5 mm-Film
1935   Filmkamera "Eumig C2" für 9,5 mm-Film (erste Filmkamera der Welt mit halbautomatischer Nachführbelichtungsregelung)
Eumig C2
1936 Eumig verlegt den Standort in die Buchengasse 11-13 in 1100 Wien.
Eumig-Fertigung 1936
Projektor "Eumig P3" für 16 mm, 9,5 mm und 8 mm-Film
Eumig P3
1937   Filmkamera "Eumig C3" mit Antrieb durch Federwerk (insgesamt werden von der C3-Serie ca. 300.000 Stück erzeugt)
Eumig C3

Filmkamera "Eumig C4" mit Antrieb durch Elektromotor (erste Amateur-Filmkamera der Welt mit elektrischem Antrieb)
Eumig C4
1939   "Volksempfänger"-Radiopapparate
Eumig Volksempfänger

Sende- und Empfangsanlagen
Batterie-Motoren
1941 Eumig hat 1000 Beschäftigte.  
1944 Übersiedelung von Maschinen in ein Zweitwerk nach Micheldorf (Oberösterreich).  
1945 Zerstörung des Eumig-Werkes in der Buchengasse in Wien durch Bombentreffer.
Buchengasse 1945
Elektrokocher und Heizstrahler
Eumig Heizstrahler
1947   Radio "Eumig 447U", vier Röhren für MW, LW und KW
1949 Aufbau einer eigenen Optik-Abteilung zur Objektiv-Herstellung.  
1951 Tod des Firmenmitbegründers Karl Vockenhuber. Sein Sohn, Ing. Karl Vockenhuber jun., tritt die Nachfolge an. Fotoapparat "Eumigetta" für Rollfilm 6x6 cm
1953 Eumig hat 550 Beschäftigte. Fotoapparat "Eumigetta 2" für Rollfilm 6x6 cm
Eumigetta 2
1954   Projektor "Eumig P8" (erster Projektor der Welt mit 12V-Niedervoltbeleuchtungssystem)


Filmkamera "Eumig electric"
Eumig Electric mit offenem Batteriefach

Radio "Eumigo" 7 Röhren für UKW und MW
1955   Radio "Eumigette" 7 Röhren für UKW und MW (insgesamt werden davon 500.000 Stück erzeugt)
Eumigette
1956 Auf Initiative von Ing. Karl Vockenhuber jun. wird nach 6-wöchiger Erprobung und anschließender Befragung der Belegschaft bei Eumig (als erstem Betrieb in Österreich) die 40 Stunden-Woche eingeführt.
Herausgabe der Werkszeitung Eumig Lupe. Die Eumig Lupe erscheint monatlich (bis 1979) und behandelt alle Themen rund um Eumig (z. B. die Vorstellungen der verschiedenen Abteilungen, Neuentwicklungen, Auszeichnungen, Neubauten, Erweiterungen, Firmenjubiläen, Kurznachrichten, Vorstellungen der Vertriebsgesellschaften im Ausland, neue Bücher in der Betriebs-Bibliothek, Ergebnisse der Betriebs-Skimeisterschaften, u.s.w.).
Radio "Eumagnus" 7 Röhren für UKW, MW, KW, LW
1957   Filmkamera "Eumig C16" für 16 mm-Film
Eumig C16R
1958 Produktionsbeginn im neuen Werk in Wiener Neudorf (Niederösterreich).
Verlagerung des Zweitwerks von Micheldorf in das neue Werk nach Kirchdorf (Oberösterreich).
 
1959   Filmkamera "Servomatic" mit Belichtungsvollautomatik
Eumig Servomatic

Radio "Eumig Okay", Volltransistorempfänger
Eumig Okay

Fernsehapparat "Eumig TV310" mit 36 cm-Bildröhre
Eumig TV310
1960 Tod des zweiten Firmenmitbegründers Ing. Alois Handler. Seine Tochter übernimmt die Gesellschaftsanteile. Fernsehapparat "Eumig Excellent" mit 59 cm-Bildröhre
1961 Eumig hat 3000 Beschäftigte. Filmkamera "Eumig C5" mit Zoomobjektiv (10-40 mm)
1962 Verkauf der Radioproduktion an die Wiener Firma HEA. Kleinsttonbandgerät "Eumig T5" (Dieses Kassettengerät ist ursprünglich für die synchrone Ton-Aufnahme mit den Filmkameras gedacht. Der Motor ist elektronisch geregelt.)
1963   Filmkamera "Eumig C6" mit automatischem Scharfstellungssystem Servofocus. Dabei stellt das Zoomobjektiv je nach gewählter Brennweite automatisch die optimale Schärfentiefe ein.
1964 Gründung einer Schweizer Tochterfirma "Immatra" zur Verlagerung von Marken- und Lizenzrechten. Filmprojektor "Eumig Mark M" für 8 mm-Film mit Einfädelautomatik und Stillstandsprojektion
Filmprojektor "Eumig Mark S" für Tonfilm mit Aussteuerungsauomatik, Mischautomatik und Automatik für Raumgeräusch-Unterdrückung
Eumig Mark S
1965 Kodak (USA) bringt den Super8-Film auf den Markt.
Kodak Super8 Kassette

Eumig ist der einzige europäische Hersteller mit komplettem Filmgeräteprogramm für Super8-Film.
Eumig gründet Verkaufsgesellschaften in Stuttgart, New York und in Schweden.
Es entsteht ein weiteres Werk in Fürstenfeld (Steiermark).
Filmkamera "Viennette Super8" für Super8-Film
Eumig Viennette

Filmprojektor "Eumig Mark M Super8" für Super8-Film mit Einfädelautomatik und Stillstandsprojektion
Eumig Mark M Super8

Filmprojektor "Eumig Mark S Super8" für Super8-Tonfilm
1966   Projektor "Eumig Mark DL" (erster Projektor der Welt mit Kaltlichtspiegel-Halogenlampe)
Eumig Mark DL
1967   Projektionsobjektiv "Eumig Suprovar" (lichtstärkstes Projektionsobjektiv der Welt 1:1,0 18-28 mm)
1969 Eumig übernimmt die Schweizer Firma Bolex. Projektor "Eumig Mark S712" für Super8-Tonfilm
Projektor "Eumig Mark 501" für Stummfilm 8 mm oder Super8
Eumig Mark 501
1970 Allein 1969 und 1970 erfolgen 100 Patentanmeldungen durch Eumig in Österreich und 325 im Ausland.  
1971 Eumig beginnt mit der Entwicklung einer Schwarz-Weiß-Videokamera.
Entwicklungsabteilung Video

Eumig hat 4000 Beschäftigte.
Filmkamera "Eumig Mini" (kleinste Abmessungen, insgesamt werden von der Mini-Serie ca. 500.000 Stück erzeugt)
Projektor "Eumig Mark S-710D" für Tonfilm 8 mm oder Super8
Eumig Mark S-710D
1973   Projektor "Eumig Mark 610D" für Stummfilm 8 mm oder Super8. (Dieser Projektor wird in ähnlicher Form auch als "Bolex 18-3 Duo" und als "Revuelux 3003" verkauft.)
Eumig Mark610D mit Tageslichtbetrachter

Filmkamera "Eumig Mini 5" für Super8 (5-fach-Zoom)
Eumig Mini 5

Schwarz/Weiß-Videokamera "VC 551"
Eumig VC551

Diese Kamera wird auch für die amerikanische Firma AVCO hergestellt, die sie für ihr Heim-Videosystem "cartrivison instant replay" anbietet.
1974 Alle Arbeiter werden in das Angestellten-Verhältnis übernommen.
Die Konzernleitung übersiedelt von der Buchengasse (Wien) in das neue Hochhaus neben dem Werk in Wiener Neudorf (Niederösterreich).
Eumig Werksgelände in Wiener Neudorf

Inbetriebnahme eines weiteren Werks in Bad Deutsch-Altenburg (Niederösterreich). Im Werk Bad Deutsch-Altenburg befindet sich der modernste Lackier-Automat Österreichs.
Projektor "Eumig Mark S O&M" für Tonfilm Super8 mit Magnetton und Lichtton
Eumig Mark S O&M

Filmkamera "Eumig Mini 3" für Super8 (3-fach-Zoom)
1975 Eumig hat 5000 Beschäftigte.
Eumig ist der größte Filmprojektorhersteller der Welt (500.000 Projektoren im Jahr).
Der Umsatz von Eumig beträgt über 1 Milliarde Schilling.
Zukauf von Super8-Tonfilmkameras aus fremder Fertigung (von der amerikanischen Firma Bell & Howell).
Tageslichtprojektor "Eumig R2000" für Super8-Stummfilm
Eumig R2000

Laser-Entfernungsmeßgerät "LD 151"
Eumig LD151

HT10 Holographisch-interferometrische Anlage zur zerstörungsfreien Materialprüfung
1976 Vertragsabschluß von Eumig mit Polaroid (USA) zur Erzeugung der Polavision-Sofortfilm-Geräte.
Filmkameras "Eumig 880", "Eumig 860" und "Eumig 830XL" für Super8-Stummfilm
Eumig 860 und 880PMA

Superweitwinkelvorsatz "PMA" mit einer Brennweite von 4 mm (Der Vorsatz wird in gleicher Form auch als Bolex "Aspheron" und als "Ultra-Revuenon" hergestellt.)
Eumig Superweitwinkelvorsatz PMA (Der Vorsatz wird auch als Bolex Aspheron verkauft.)

Filmprojektor "Eumig 820 Sonomatic"
1977 Bau eines neuen Werks in Fohnsdorf (Steiermark) auf Wunsch des Österreichischen Bundeskanzlers Kreisky, um die Arbeitslosigkeit in diesem Gebiet zu verringern.
Bundeskanzler Bruno Kreisky und Karl Vockenhuber jun.

Eumig bietet seine Videokameras für die Kontrollsysteme der Wiener U-Bahn an. Die Gemeinde Wien entscheidet sich aber für ein Produkt der deutschen Firma Grundig.
3-Kopf-Hifi-Kassettendeck "Metropolitan CCD" mit optoelektronischer Gleichlaufkontrolle ("elektronische Schwungmasse"), Mischpult und vollelektronischer Steuerung (mit 30 IC's, 111 Transistoren, 2 Foto-Transistoren, 148 Dioden, 30 LED's und 7 Z-Dioden)
Eumig Metropolitan CCD

Erzeugung der Filmkameras und Wiedergabegeräte für Polaroid "Polavision" (Das Polavision-System verwendet eine spezielle Filmkassette mit Sofortfilm, der gleich nach der Aufnahme im Wiedergabegerät entwickelt wird. Der Film verbleibt danach auch zum Abspielen in der Filmkassette.)
Polaroid Polavision
1978 Eumig hat 7000 Beschäftigte
Kündigung von 1000 Beschäftigten, nachdem Polaroid die Aufträge für Polavision gestoppt hat.
Das ehemalige Werksgebäude in der Buchengasse (Wien) wird an die Österreichische Postsparkasse verkauft.
Der Umsatz beträgt 1,8 Milliarden Schilling. Der Verlust beträgt 300 Millionen Schilling.
Projektoren "Eumig S910", "Eumig S912" und "Eumig S926" mit koaxialer Anordnung der Filmspulen
Eumig S926

Tageslichtprojektor "Eumig RS3000" für Super8-Tonfilm
Eumig RS3000 Eumig RS3000 offen
1979 Eumig beginnt mit der Entwicklung eines tragbaren Videorekorders für das von BASF entwickelte LVR-Video-System ("Longitudional Video Recording", die Aufnahme erfolgt dabei in 48 parallelen Videospuren). Ende 1979 wird die Weiterentwicklung des LVR-Systems eingestellt, da die Marktchancen als zu gering eingeschätzt werden. Wasserdichte Filmkamera "Eumig Nautica" für Super8 (bis 40 Meter Tiefe geeignet)
Eumig Nautica

HIFI-Kassettendeck "Eumig FL-1000" (Weiterentwicklung des "Metropolitan CCD")
Eumig FL1000
Sensationell ist damals die Möglichkeit, das Kassettendeck von einem Computer zu steuern. Es besteht sogar die Möglichkeit, z. B. die Titel und Interpreten der aufgenommen Stücke auf der Cassette mitzuspeichern (ähnlich wie heute auf einer Minidisc).
Eumig FL1000 von einem Computer gesteuert

Filmkameras "Eumig 125XL" und "Eumig 128XL" für Super8-Stummfilm
1980 Eumig hat nur mehr 3000 Beschäftigte.
Der Umsatz sinkt auf 1,1 Milliarden Schilling.
Filmkamera "Eumig 23XL" für Super8-Stummfilm
Filmkameras "Eumig Sound 125XL" und "Eumig Sound 128XL" für Super8-Tonfilm
Eumig Sound 128XL

Projektoren "Eumig S940 stereo-multiprocessor", "S938", "S936", "S934" und "S932"
Eumig S936
1981 Verkauf des Entwicklungszweigs für SMD-Technik an die Firma Schrack.
Die Österreichische Länderbank stoppt die weitere Finanzierung von Eumig.
Eumig beendet die Produktion von HIFI-Geräten.
Konkursantrag.
 
1982 Verkauf des Eumig-Hochhauses in Wiener Neudorf an die Palmers AG.
Ehemaliges Eumig-Hauptgebäude

Der Markenname "Eumig" wird an die luxemburgische Firma Interbasic verkauft.
 
1983 Das Eumig-Patent für das Makro-System in den Objektiven wird an die japanische Firma Canon verkauft.  
1985 Ende des Konkursverfahrens.